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Die deutsche Großflächenwerbung feierte im März 2002 ihren 50. Geburtstag.
Am 1. März 1952 wurden die ersten 100 Großflächen im Format 18/1-Bogen und mit einer Klebefläche von 2,60 x 3,60m für den Plakatanschlag in Hamburg zur Aufstellung gebracht.

Die Entwicklung des Hamburger Unternehmers Andreas Hansen setzte neue Maßstäbe und war zugleich Startschuß für den erfolgreichen Siegeszug der Großflächenwerbung in Deutschland. Über 230.000 Großflächen werden heute werblich genutzt. Zwischen 1990 und 1995 betrug der erzielte Nettoumsatz ca. 450 Mio DM (ca. 225 Mio €). Ein vergleichbarer Betrag darf für Entwurf, Druck, Papier, etc. veranschlagt werden.

Wie in vielen deutschen Großstädten war die Situation im Hamburg der Nachkriegszeit verheerend. Mehr als die Hälfte aller Anschlagsäulen war zerstört. Stadtfremde Unternehmen, Eisrevuen oder Zirkusse hatten kaum die Möglichkeiten, ihre Veranstaltungen werblich anzukündigen. Auch für die politischen Parteien und für die sich entwickelnde Wirtschaft war "Wildanschlag" die einzige Alternative, um Aufmerksamkeit zu erlangen.
Nach der Währungsreform 1949 sah sich die Hamburger Bürgerschaft veranlaßt, 100.000 DM (ca. 50.000 €) zur Verfügung zu stellen, um den "Wildanschlag" in der Stadt durch den Einsatz arbeitsloser Kräfte zu beseitigen.

Andreas Hansen bemühte sich in dieser Zeit mit einfachsten Hilfsmitteln, allen Kunden und Auftraggebern bei der Durchführung ihrer Außenwerbung behilflich zu sein. Er entwickelte ein Konzept zur Aufstellung von ständigen Werbetafeln der verschiedensten Größen, die stadtfremden Veranstaltungsunternehmen, Parteien und der Hamburger Wirtschaft zur Verfügung stehen sollten.
Hansen´s Idee fand Zustimmung bei der Hamburger Baubehörde, wurde aber von den städtischen Gesellschaften für Außenwerbung abgelehnt. Sie beschlossen einstimmig, auf diese neue Form der Anschlagwerbung zu verzichten und waren nicht bereit, die Umsetzung der Idee finanziell zu unterstützen. in einer schriftlichen Erklärung hieß es sogar, dass "diese Art der Aussenwerbung keine zusätzlichen Angestellten trägt".
Mit Hilfe der Finanzbehörden Hamburgs versuchten die städtischen Gesellschaften, Wirtschaftswerbung generell zu verhindern.

Zu Beginn der 50er Jahre betrieben im gesamten Bundesgebiet mehr als 150 Anschlagunternehmen (einschließlich aller städtischen und staatlichen Gesellschaften) mit einigen tausend Mitarbeitern Großflächenwerbung!

Erst durch die Einführung der freien und sozialen Marktwirtschaft und der Gewerbefreiheit konnte Andreas Hansen sein Konzept realisieren. Seine Idee hat nachhaltig zum wirtschaftlichen Aufschwung nach 1945 beigetragen.

Heute zählt die Großflächenwerbung für die gesamte Markenartikelindustrie sowie für die Parteienlandschaft zum festen Bestandteil ihrer Marketing-Strategien.


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